Wo Wölfe in Halbfreiheit leben
Es ist kein Zoo. Es gibt keine Käfige, keine zur Schau gestellten Fütterungen, keine Show. Im Umweltbildungszentrum IberFauna oberhalb von Zuheros leben iberische Wölfe, Füchse, Ginsterkatzen, Luchse, Mufflons, Hirsche, Uhus und Frettchen in halbfreier Wildbahn – auf großzügigen, naturnah angelegten Gehegen, eingebettet in den Steineichenbestand des Naturparks Sierras Subbéticas. Es war einer der ersten Naturparks seiner Art in der Provinz Córdoba.

Wer hier eine Tour bucht, geht zwei Stunden lang mit einem Guide durch das Gelände und sieht – wenn er Geduld hat – Tiere, die in freier Wildbahn fast unmöglich zu beobachten sind. Dieser Artikel erklärt, was IberFauna ist, welche Tiere hier leben, wie der Besuch abläuft und welche praktischen Details man kennen sollte.
IberFauna auf einen Blick
| Adresse | Carretera de la Cueva Km 0,5, 14870 Zuheros (Córdoba) |
|---|---|
| Telefon | +34 957 11 24 87 |
| contacta@iberfauna.com | |
| Tour-Beginn | täglich 11:00 Uhr |
| Tour-Dauer | ca. 1,5 bis 2 Stunden |
| Mindestteilnehmer | 8 Personen |
| Reservierung | verpflichtend |
| Tour-Sprache | Spanisch (Englisch auf Anfrage möglich) |
| Tiere | Iberische Wölfe, Füchse, Ginsterkatzen, Zibetkatzen, Luchse, Mufflons, Hirsche, Frettchen, Uhus, Habichtsadler |
| Einrichtungen | Picknickplatz, Naturklassenzimmer, Schulbauernhof |
| Hinweis | Festes Schuhwerk – Kinderwagen / Rollstühle ungeeignet |

Das Konzept – Umweltbildung statt Zoo
IberFauna versteht sich als Umweltbildungszentrum – nicht als touristische Attraktion. Die meisten Tiere stammen aus Auffangstationen: verletzte Greifvögel, in Gefangenschaft geborene Wölfe, Tiere aus Pelz-Beständen, die als Fundtiere bei den Behörden landeten. Sie könnten in freier Wildbahn nicht mehr überleben – in IberFauna finden sie einen Lebensraum, der den natürlichen Bedingungen so nahe wie möglich kommt: weite Gehege, Steineichenbestand, Felsen, Pfade.
Das macht den Besuch zu einem zweischneidigen Erlebnis. Man sieht Tiere, die man in freier Wildbahn nie sehen würde – iberische Wölfe gibt es in Andalusien faktisch nicht mehr, Luchse sind extrem scheu, Ginsterkatzen nachtaktiv. Gleichzeitig sind diese Tiere Schicksalstiere: jedes hat eine Vorgeschichte, die der Guide erläutert. Wer die Tour mit aufgeklärten Augen geht, lernt mehr über Naturschutz in Andalusien als in vielen Museen.

Welche Tiere in IberFauna leben
Das Herzstück sind die iberischen Wölfe (Canis lupus signatus) – Andalusiens scheue, in freier Wildbahn faktisch ausgestorbene Säugetiere. Daneben leben in IberFauna iberische Luchse, Füchse, Mufflons (eine kleine Wildschafart) und Hirsche, die zwischen den Bäumen weiden. Ein eigenes Themengehege widmet sich den nachtaktiven Kleinraubtieren: Ginsterkatzen – schlanke, gefleckte Verwandte der Mangusten –, Zibetkatzen, Frettchen.
In den Volieren am hinteren Teil der Anlage sitzen Uhus (Europas größte Eule) und Habichtsadler, letzterer als flugunfähiges Asyltier. Die Vögel sind nicht für den Park gefangen worden – sie kamen verletzt herein und überleben nur dort, weil sie nicht mehr jagen könnten. Eine eigene Themenseite zur Vogelbeobachtung in der Subbética vertieft die freie Greifvogel-Welt rund um den Naturpark.

Wie die Tour abläuft
Eine Tour pro Tag – Beginn um 11:00 Uhr, Dauer rund zwei Stunden. Geführt wird auf Spanisch, Englisch ist auf Anfrage möglich. Die Tour beginnt am Eingangsgebäude, führt durch die einzelnen Themengehege und endet am Schulbauernhof mit Ziegen und Eseln. Pro Gehege erläutert der Guide kurz die Art, ihre Ökologie und das Schicksal der vor Ort lebenden Tiere – wer Spanisch versteht, bekommt mehr Tiefe; wer es nicht versteht, hat trotzdem fast immer Tiere im Blickfeld.
Die Mindestteilnehmerzahl beträgt acht Personen. Wer als Einzelreisender oder als Paar kommt, sollte vorher anrufen und sich erkundigen, ob die Tour ohnehin stattfindet – an Wochenenden und in der Hochsaison ist das fast immer der Fall, unter der Woche und im Winter manchmal nicht. Reservierung ist verpflichtend: telefonisch unter +34 957 11 24 87 oder per E-Mail an contacta@iberfauna.com.
Stationen der geführten Tour
| 1. Eingang & Einführung | Begrüßung, ca. 10 Min. Einführung in Konzept und Wildreservat |
|---|---|
| 2. Wolf-Gehege | iberische Wölfe in Halbfreiheit (oft im hinteren Teil – Geduld!) |
| 3. Hirsche & Mufflons | frei laufend im offenen Bereich |
| 4. Ginsterkatzen & Zibetkatzen | Themengehege mit Nachtraubtieren |
| 5. Greifvögel | Voliere mit Uhu, Habichtsadler |
| 6. Schulbauernhof | Ziegen, Esel, Nutztiere – fürs Streicheln |
| 7. Picknickplatz / Naturklassenzimmer | Abschluss-Erläuterung, Videos zu bedrohten Arten |

Praktische Hinweise zum Besuch
Was anzuziehen und mitzubringen ist
Wichtig vor dem Besuch: festes Schuhwerk. Das Gelände hat Steigungen, unbefestigte Wege, Schotter – Sandalen oder Stadtschuhe sind nicht geeignet. Kinderwagen und Rollstühle kommen mit den Steigungen nicht zurecht; für Kleinkinder empfiehlt sich die Babytrage. Haustiere müssen draußen bleiben – sie würden die Tiere im Park stark stören. Auch starke Parfums oder Düfte sind zu vermeiden, da Geruchssinne der Tiere – besonders der Wölfe und Marder – sehr empfindlich sind.
Mit Kindern und Familien
Wer mit Kindern kommt, sollte mit realistischen Erwartungen rechnen: Die Wölfe sind oft im hinteren Teil des Geheges und kaum sichtbar, manche Touren gehen vorbei, ohne dass auch nur ein Wolf zu sehen war. Greifvögel und Schulbauernhof sind dagegen verlässlich attraktiv. Für Familien ist die Anlage trotz dieser Einschränkungen eine der spannendsten Adressen der Subbética.

Anreise und Lage
IberFauna liegt rund vier Kilometer außerhalb des Ortskerns Zuheros an der Straße zur Cueva de los Murciélagos (Carretera de la Cueva Km 0,5). Die Anfahrt erfolgt mit dem Auto über die A-318 von der Olivenhain-Hauptstraße aus, dann den ausgeschilderten Weg hinauf. Parken ist direkt am Eingang möglich. Eine Kombination mit dem Besuch der Cueva de los Murciélagos (weitere 1,5 km die Straße hinauf) ist beliebt – beides an einem Vormittag oder Nachmittag machbar.
Wer mit Sunhikes unterwegs ist, kann die Erlebnistour-Wanderung als Annäherungspfad zu IberFauna nutzen: ein leichter, 3,1 km langer Spaziergang mit 108 Höhenmetern, der von Zuheros aus durch Olivenhaine zur IberFauna-Anlage führt. Die Wanderung ist permitfrei, dauert rund zwei Stunden und kombiniert Natur, Geschichte und IberFauna an einem einzigen Vormittag.
Beste Besuchszeit
Beste Besuchszeit ist das ganze Jahr außer den heißesten Sommerwochen – im Juli und August klettern die Temperaturen am Vormittag schnell über 30 Grad, die Tiere ziehen sich dann komplett in den Schatten zurück. Frühling und Herbst sind ideal: kühle Morgentemperaturen, aktive Tiere, gute Sicht. Im Winter ist die Tour weniger ausgebucht, aber die Tiere sind oft besser zu sehen – Wölfe und Geier kommen aus den geschützten Bereichen hervor.
Häufige Fragen zu IberFauna Zuheros
Was kostet der Eintritt in IberFauna?
Kann man ohne Reservierung kommen?
Welche Tiere kann man in IberFauna sehen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


